›› „Coaching von Führungskräften, Teams und Mitarbeitern“
Eine wesentliche Voraussetzung für das Feld des Coaching von Führungskräften und der organisationsbezogenen Teamentwicklung (Teamcoaching) muss eine hohe Kompetenz im Umgang mit personalen Phänomenen (psychologische Kompetenz) sowie dem Wissen über Organisationen und der Arbeit der Menschen in ihnen sein. Menschen in Organisationen weben vielfältige Muster des Arbeitens und des Umgangs miteinander, nicht immer zum Nutzen der Aufgaben. Führungs- und Fachkräfte in Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen haben zunehmenden Bedarf, Strukturen und Arbeitsabläufe in der Verzahnung mit den jeweiligen Menschen und Arbeitsbeziehungen innerhalb der Organisation zu überdenken und neu zu gestalten. Supervisorisches Coaching bietet dafür einen Raum.
Den Deutungs- und Verstehenshintergrund bildet sowohl die Einzelperson mit ihrer (Berufs-)Geschichte als auch die Organisation/ Arbeitswelt mit ihren Arbeitsbezie-hungen. Den kulturellen Dimensionen der Organisation gilt dabei ein besonderes Augenmerk, denn die Dynamik in Teams wird in nicht zu unterschätzendem Maß von den organisationellen Tiefendimensionen mitbestimmt. Die Polaritäten, Interdependenzen und Spannungen von Struktur und Beziehung werden in den Blick genommen. Ein psychodynamisch orientierter Beratungsprozess wird sich dabei zwischen strukturellen Fragen und psychischen Wirkmechanismen hin und her bewegen: Beratung ist fortlaufende Diagnose und Verständigung auf diesen beiden Ebenen. Dabei wird Wirklichkeit als eine gemeinsam konstruierte verstanden, als diejenige, auf die sich die Akteure im Verständigungs- und Aushandlungsprozess einigen können.
Vor allem bei Umstrukturierungsmaßnahmen, Fusionen (auch Länder übergrei-fend) und Erfordernissen der interkulturellen Zusammenarbeit ist Nachdenken und Durchfühlen gefragt, um die Interdependenzen von bewussten und unbewussten Anteilen erkennen zu können, da auch gut durchdachte äußere Veränderungen von Innen seelisch unterlaufen werden können. Gestützt wird das Sträuben gegen Neuerungen durch oft gleichzeitig erfolgende Stellenkürzungen, die von den Mitarbeitern nicht nur mit Realangst, sondern manchmal auch mit unterstellenden (irrationalen) Reaktionen beantwortet werden können. Bei diesen Aufträgen fungiert der Coach oft als „Toxic Handler“ in der Organisation.
Bei den meisten Aufträgen wird es bei den zu Coachenden um das Spannungsverhältnis von Verändern und Bewahren Wollen gehen mit dem Wunsch, wieder oder weiterhin wirksam und mit Freude an der Arbeit, seine Arbeitskraft einsetzen zu können. Dabei kann Coaching, wie ich es verstehe, Führungskräften und Mitarbeitern helfen, wertvolle Erfahrungen, Gedanken und Ideen von jedem Mitglied der Organisation auf jeder Hierarchiestufe schätzen zu lernen und für die Gesamtorganisation nutzbar zu machen, was ökonomisch und menschlich sicher für alle vorteilhaft ist.
Agenda: Dr. Marga Löwer-Hirsch ist langjährig freiberuflich tätig als Coach und Su-pervisorin für Führungskräfte, Entscheider und Teams. Sie leitet das Institut für Analytische Supervision Düsseldorf und ist Vorstandsmitglied des Instituts für Psychodynamische Organisationsentwicklung + Personalmanagement, Düsseldorf.
Ihr Beratungsansatz fokussiert auf der Verbindung von Innen und Außen, Beziehung und Struktur - auf psychodynamischer Grundlage: unbewusste Wirkmechanismen im Berufsalltag sollen erkannt und kreativ eingesetzt werden. Dabei kommen ihr interkulturelle Erfahrungen durch Studium in den USA, vielfältige Auslandsaufenthalte und in englischer Sprache durchgeführte Coachingprozesse zu Gute.